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Gedenken zum Tag der Befreiung

Rund 30 Bürger waren am vergangenen Montag dem Aufruf des Bündnisses gegen Rechtsextremismus gefolgt, der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Unter den Anwesenden waren auch Stadträte der Fraktionen von Feuerwehr, Linke und CDU.

 

Auf dem Hildburghäuser Hauptfriedhof ergriffen Pfarrer Stefan Götting von der katholischen Gemeinde und Thomas Stäblein das Wort.

 

Götting mahnte, die Schrecken des Krieges nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. „Die Stimmen der Opfer müssen immer wieder in Erinnerung gerufen werden“, sagte der Geistliche in kritischem Bezug auf die rechtsextremen Vorfälle um einen Bundeswehroffizier, bei dem unter anderem offenbar eine Todesliste mit den Namen potentieller Anschlagsopfer gefunden wurde.

 

Auch Stäblein plädierte angesichts der Tatsache, dass 45 Prozent der Bundesbürger kaum Kenntnisse über den 8. Mai 1945 besäßen, für eine intensive Erinnerungskultur. Er schlug den Bogen von der Kapitulation der deutschen Wehrmacht bis zur Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard v. Weizsäckers, der 1985 den „8. Mai 1945 als Tag der Befreiung von nationalsozialistischer Herrschaft, von Völkermord und den Grauen des Krieges“ bezeichnete. Stäblein erinnerte auch an die beklemmende Atmosphäre, in welcher das Gedenken im Vorjahr verlief. 2016 schallte während der Ehrung das Gegröle von Tausenden Neonazis herüber, welche in Hildburghausen ihrer menschenverachtenden Ideologie bei einem Rechtsrockkonzert huldigen und die Stadt regelrecht belagern durften. Auch in diesem Jahr sei wieder mit einem solchen Aufmarsch im Landkreis zu rechnen, allerdings im Raum Themar. Vertreter des Bündnisses plädierten deshalb dafür, die Einwohner Themars nicht allein zu lassen mit diesen Umtrieben.

 

Bereits zu Beginn der Veranstaltung hatten unter anderem der 1. Beigeordnete der Stadt, Burkhard Knittel und der Landtagsabgeordnete Tilo Kummer Blumengebinde am Obelisken für die Opfer der alliierten Streitkräfte niedergelegt.