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Tilo Kummer

Es gibt keine deutsche und erst recht keine Thüringer Wolfspopulation!

Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland und auch nach Thüringen ist aus Sicht des umweltpolitischen Sprechers der LINKEN im Thüringer Landtag ein großer Erfolg des europäischen Naturschutzes. „Um solche Erfolge zu erzielen, braucht es vor allem die Akzeptanz der Bevölkerung!“, ist sich Kummer sicher.

Da Konflikte mit dem Wolf nicht nur weite Teile der Menschheitsgeschichte prägten, sondern auch mit seiner Rückkehr verbunden sind, müssen aus Sicht des Abgeordneten Anpassungsstrategien entwickelt werden. „Dazu braucht es die Betrachtung des Wolfes im europäischen Kontext, da die weit wandernden Tiere keine separaten Populationen in einzelnen Mitgliedsstaaten der EU bilden“, so Kummer. Er verweist dabei am Beispiel des Kormorans auf Fehler der Vergangenheit, die in der EU gemacht wurden. Von wenigen verbliebenen Tieren der fast vollständig ausgerotteten Vogelart entwickelte sich der Bestand in nur drei Jahrzehnten auf weit über eine Million Tiere. Einzelne Mitgliedsstaaten, in Deutschland sogar einzelne Bundesländer, versuchen sich seit Jahren vergeblich mit eigenen Lösungsstrategien, um bedrohte Fischarten, die vom Kormoran zum Teil an den Rand ihrer Existenz gebracht werden, zu schützen. „Ähnliches darf uns beim Wolf nicht passieren!“, fordert Kummer mit Verweis auf die in einigen Regionen stark ansteigenden Wolfsbestände. Der Abgeordnete geht davon aus, dass die Wolfspopulation, die mit einigen Tieren auch Thüringen wiederbesiedelt, inzwischen einen guten Erhaltungszustand erreicht hat, was eine Anpassung des Schutzstatus zur Folge haben sollte. In der Folge könnte der Wolf auch als ganzjährig geschonte Art ins Bundesjagdgesetz aufgenommen werden.

Im Thüringer Jagdrecht sieht Kummer aktuell keinen Handlungsbedarf. Eine Aufnahme des Wolfes in das Jagdgesetz wäre aber auch aus Artenschutzgründen unproblematisch: „So lange auf europäischer und Bundesebene keine Änderung der Rechtslage erfolgt, hätte eine Aufnahme des Wolfes ins Thüringer Jagdrecht nur eine Folge: er wäre als ganzjährig geschonte Art zusätzlich durch das Jagdrecht geschützt, da ein Verstoß gegen Schonzeiten als Straftat geahndet wird!“